Über die Kaschmir-Produktion
„Wir sind stolz und dankbar, seit 2008 mit unseren Kaschmirproduzenten in Nepal zusammenzuarbeiten. Einmal im Jahr reisen wir nach Kathmandu, treffen unsere Partner persönlich und tauschen uns über neue Ideen und gemeinsame Projekte aus.“Annette Gushurst, Gründerin von cute stuff
cute stuff Cashmere
Kaschmir gehört zu den besonders feinen Naturfasern. Seine weichen und leichten Fasern machen Kaschmir zu einem außergewöhnlichen Material für Schals, Tücher, Bandanas, Pullover, Cardigans und Mützen.
Doch bevor aus feinem Kaschmir ein Schal, ein Bandana oder ein Pullover wird, liegen viele einzelne Arbeitsschritte vor ihm. Auf dieser Seite möchten wir zeigen, wie unsere Kaschmirprodukte entstehen – von der Faser über das Garn und das Strickstück bis hin zum fertigen Kaschmir-Accessoire.
1. Unsere langjährigen Partner in Nepal
Seit 2008 arbeiten wir mit unseren Geschäftspartnern in Nepal zusammen. Über die Jahre ist daraus eine enge und persönliche Zusammenarbeit entstanden.
Annette Gushurst, die cute stuff Gründerin, reist regelmäßig nach Kathmandu und besucht unsere Produzenten vor Ort. Dabei geht es nicht nur um neue Kollektionen und Muster, sondern auch um den persönlichen Austausch und die gemeinsame Weiterentwicklung von Produkten.
Aus dieser langjährigen Zusammenarbeit sind Beziehungen entstanden, die weit über einzelne Aufträge hinausgehen. Wenn vor Ort Unterstützung benötigt wird, hilft cute stuff im Rahmen der eigenen Möglichkeiten ganz konkret. So wurden beispielsweise bereits vor vielen Jahren Webstühle vorfinanziert, um einer Produzentin den Aufbau ihrer Produktion zu ermöglichen. Auch nach dem schweren Erdbeben in Nepal im Jahr 2015 unterstützte Annette Gushurst die Produktionspartner.
Ebenso im August 2026: wir sind im regelmäßigem Austausch mit unseren Partnern in Nepal und verfolgen die Entwicklungen vor Ort mit großer und menschlicher Anteilnahme.
2. Von der Kaschmirziege zum Garn
Alles beginnt mit der Kaschmir-Ziege, die vor allem in der Himalaya-Region, aber auch in anderen Hochebenen Asiens beheimatet ist. Beispielsweise in Tibet und der Mongolei. Dort sind die klimatisch kalten und vegetativ kargen Bedingungen ideal, denn nur dann entwickelt die Kaschmir-Ziege ihr wärmendes Unterhaar. Nach einem harten Winter, wenn die Temperaturen wieder steigen, wird dieses Unterhaar der Ziegen von Hand ausgekämmt. Die Kämmung ist für das Tier und auch für die Faser viel schonender als eine Schur.
Danach wird die Wolle in der Region gesponnen und weiterverarbeitet. Also dort, wo das kulturelle Wissen und der Erfahrungsschatz zur bestmöglichen Weiterverarbeitung von Kaschmir beheimatet ist.
Webarbeiten mit Kaschmir haben in Nepal eine sehr lange Tradition, in der wunderschöne Muster und perfekt gleichmäßige Webstoffe entstehen. Alle Veredelungen wie Bestickungen, Quasten und Säume werden nach wie vor in absoluter Perfektion von Hand gearbeitet. Erst nach einer finalen Qualitätskontrolle durch ihre Produzentin treten die Schals und Tücher die Reise nach Deutschland und zu unseren Kunden in ganz Europa und in den USA an.
3. Vom Garn zum Kaschmirschal
Je nach Produkt werden die Kaschmirgarne gestrickt oder gewebt.
Bei unseren Light-Cashmere-Schals und Bandanas bildet ein besonders feines Strickstück die Grundlage für den späteren Walkprozess.
Für die spezielle Filz-Technik von Felted Cashmere ist der Ausgangspunkt ein extrem feines Strick aus reiner Kaschmir-Wolle statt einer gewebten Ware. Dieses zarte Gestrick wird im nächsten Produktionsschritt sehr sorgsam ohne Einsatz von Maschinen gewalkt. Das englische Wort „to walk“ steht nicht nur Pate für den deutschen Begriff des Walkens, sondern beschreibt ihn an dieser Stelle auch sehr schön. Feuchtigkeit, Zeit, Wärme und Reibung steuern den gewollten Walkprozess. In warmen Wasserbädern wird mittels Waten und Handarbeit die exakte Reibung für den gewünschten wolkigen und zarten Filzeffekt erzeugt. Kaschmir-Fasern haben von Natur aus mikroskopisch kleine Schuppen, mit denen sich die Fasern ineinander verhaken können und sich so im Walkprozess zu einem wolkigen Filz verbinden.
Zwischen den Fasern werden kleine Luftkammern eingeschlossen. Deshalb wärmt ein gewalkter Kaschmirschal besonders gut, obwohl er sehr dünn und somit auch sehr leicht ist. Die feinen Luftkammern wirken dabei klimaregulierend. Beim Walken von Strick statt Webware bleibt die Dehnbarkeit erhalten, aber die Größe schrumpft innerhalb des Herstellungsprozesses um etwa ein Drittel. So kann es bei unseren Schals zu kleinen Größenabweichungen kommen. Nach dem Finish mit dem Dampfbügeleisen erhält der Schal seine finale Formgebung.
Nach den einzelnen Verarbeitungsschritten werden die Produkte kontrolliert und für ihren Weg nach Deutschland und zu unseren Kundinnen und Kunden vorbereitet.
4. Farben und Muster
Kaschmir kann seine besondere Wirkung nicht nur durch seine Haptik, sondern auch durch Farbe und Muster entfalten.
Unsere einfarbigen Kaschmirschals, Bandanas und Tücher werden im Färbebad gefärbt. Anschließend werden sie sorgfältig ausgewaschen und getrocknet.
Bei unseren gemusterten Produkten entstehen die Designs unter anderem im Siebdruckverfahren. Dabei wird die Farbe mit einem Rakel durch eine feinmaschige Siebplatte auf das Material aufgebracht.
Gerade bei mehrfarbigen Motiven erfordert dieser Arbeitsschritt viel Erfahrung und handwerkliches Geschick: Jede Farbe wird einzeln aufgebracht und muss exakt mit den bereits gedruckten Farben zusammenspielen.
Nach dem Druck werden die Kaschmirschals und Tücher erneut ausgewaschen und getrocknet.
So entsteht Schritt für Schritt aus feinem Kaschmir ein fertiges Produkt – vom Garn über das Strickstück und den handwerklichen Walkprozess bis hin zu Farbe, Muster und Finish.